Sonntag, 6. Januar 2013

6. Januar 2013 "Heilige drei Könige" - Kreuzweg Halde Haniel Bottrop

Heute nutzte ich den Drei-Königs-Tag für eine kleine Probewanderung. Diese führte mich unter anderem auch auf den Kreuzweg der Halde Haniel in Bottrop.


Leider war ich mal wieder sehr entsetzt über den Vandalismus mit der damit verbundenen Respektlosigkeit, welche sich anhand der Kreuzwegstationen erkennen ließ.

 

Das macht mich einfach nur traurig, manchmal aber auch wütend.


Im September 2012 wurden sogar die Förderturmmodelle in Brand gesetzt, umgestürzt und die Kupfertafeln gestohlen.


Diese Kupfertafeln waren mit Grafiken der Ordensfrau und Künstlerin Tisa von der Schulenburg versehen.


Jetzt können wir nur wieder darauf hoffen, daß viele engagierte Menschen der RAG Prosper Haniel kurz vor Karfreitag die Kreuzwegstationen auf Vordermann bringen.


Leider wird es ein paar Monate später wieder genauso aussehen - Schade! Irgendwie ist es eine Sisyphos-Arbeit. Warum kann man nicht einfach akzeptieren, wie viel uns an "unserem" Kreuzweg liegt?!
Der positive Abschluß waren die blühenden Forsythien, welche den nahenden Frühling ankündigen ;-))).

Donnerstag, 3. Januar 2013

3. Januar 2013 Vorbereitungen Via Regia

Titelbild des Outdoor-Wanderführers "Via Regia" von Thorsten Hoyer
Ein frohes, glückliches & pilgerreiches Jahr wünsche ich Allen.
So, der Countdown läuft: noch 98 Tage bis zum Start auf der Via Regia. Ein weiterer Reiseführer ist hinzu gekommen und die Bahnfahrkarten werden wir Mitte bis Ende des Monats besorgen.
Jetzt steht erst einmal unser jährlicher Jänner-Wien-Urlaub an und danach starte ich auch mein Wandertraining. Da wird bestimmt wieder die eine oder andere Etappe mit Fortsetzung ab Düsseldorf-Kaiserswerth dabei sein. Buen Camino!!!

Mittwoch, 14. November 2012

11. November 2012 Jakobsweg Deutschland 2.Etappe - Duisburg Salvatorkirche - Düsseldorf-Kaiserswerth St. Suitbertus 23 km

Die Anreise mit dem Zug nach Duisburg ist heute trotz des Sonntags etwas nervig, da die "Jecken" schon auf dem Weg zur Düsseldorfer Altstadt sind: um 11:11 Uhr starten sie in die Karnevalssaison. Gesänge und Alkoholausdünstungen begleiten uns auf der Fahrt zum Hauptbahnhof.


Wir erreichen zu Fuß die Salvatorkirche und das direkt daneben liegende Rathaus. Hier entdecken wir merkwürdige blaue "Raketen" ;-) - ach das sollen moderne Weihnachtsbäume sein - interessant.


Nun haben wir erst einmal eine Straßenrally vor uns - leider fehlen einige Jakobswegschilder, so daß wir immer wieder fragen müssen. Irgendwann erreichen wir die Dickelsbachsiedlung im Stadtteil Wanheimerort. Wir erfahren ein Stück Geschichte unserer Region: eine Dame mit Hund schildert uns bereitwillig einige Hintergrundinformationen zur Entstehung der in langen Reihen angeordneten Typenhäuser. Danke :-)))


Es folgen die Markenwälder und wir passieren die Sechs-Seen-Platte. Die Sonne bricht langsam durch und es ist herrlich durch die herbstlich gefärbten Wälder zu wandern.


Ein Pause machen wir hier und die nächste folgt an der St. Hubertuskirche in Duisburg-Rahm. Diese ist leider wie auch schon zuvor die Salvatorkirche geschlossen. Nichts desto trotz hören wir auf unserer Pausenbank gedämpfte Orgelmusik. Wir genießen das und schlummern in der Sonne.


Auf Straßen, Alleen, an Bächen entlang und zwischen Feldern geht´s weiter Richtung Angermund und wir entschließen uns für einen Abstecher zum Schloß Heltorf.


Gestärkt von einem heißen Tee halten wir nochmals an einer kleinen Kapelle inne. Zum Andenken an die heilige Agnes wurde hier eine Andachtsstätte errichtet.


Zwischen Feldern Richtung Wittlaer unterwegs, verpassen wir erneut (wie schon im letzten Jahr) den Abzweig (leider fehlen auch hier die Pilgerweg-Schilder). Also in die Gegenrichtung - entlang der B8. Als wir den Ort erreichen wird auch die Lauferei wieder angenehmer.


Hier erreichen wir den Rheinuferweg und jetzt ist es nur noch fantastisch. Die einsetztende Abenddämmerung taucht den Fluß in ein mysteriöses Licht.


Das Farbenspiel der untergegenden Sonne betrachten wir bei einer letzten Rast. Nun ist es nur noch ein kleines Stück bis zum wirklich bezaubernden Kaiserswerth. Die Kirche St. Suitbertus ist geöffnet, so daß wir auch heute einen würdigen Abschluß unseres Pilgertages erhalten.


Die Rückreise mit U-Bahn, Zug und Bus zieht sich ein wenig hin, da ein Streckenabschnitt teilweise gesperrt ist. Aber wir kommen heil und zufrieden zu Hause an.

Dienstag, 6. November 2012

6. November 2012 Planung Ökumenischer Pilgerweg "Via Regia" 2013


So, jetzt ist es raus. Nächstes Jahr geht es auf den Ökumenischen Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Start wird vorraussichtlich der 11.April 2013 ab Görlitz sein. Zusammen mit meiner Freundin werden wir ca. 10 Tage unterwegs sein. Wir sind sehr gespannt auf das für uns "unbekannte" Deutschland.

Fotos aus dem Buch "Der Ökumenische Pilgerweg"


2. November 2012 Jakobsweg Deutschland 1.Etappe Von zu Hause aus - Duisburg Salvatorkirche 16,5 km

"Ich pilgere dann mal eben nach Santiago de Compostela" - Es fühlt sich fantastisch an, als ich mit diesem Gedanken aus der Haustür trete. Alles Bekannte wirkt heute ein wenig unwirklich - ich bin wieder auf dem Camino.


Meine Heimatkirche ist leider geschlossen und so wandere ich gemütlich zu unserem Treffpunkt. Meine Freundin ist nämlich zeitgleich aus ihrem Haus getreten, um mit mir gemeinsam auf die erste Etappe zu gehen.


Es ist heute zwar grau in grau und ein frisches Lüftchen weht, aber solange es trocken bleibt sind wir schon zufrieden. Unterwegs sind noch die Nachwirkungen von Halloween zu sehen.



Glücklich zusammengefunden erstehen wir noch ein paar Backwaren im Stadtteil Sterkrade Anschließend machen wir uns auf: Richtung Westen.


Wir überqueren die Emscher und gelangen zu dieser Straße: (s. Foto). Hier war ich noch nie, wenn das mal kein Zeichen ist ;-).


Es folgt ein Straßenparcour bis wir den Rhein-Herne-Kanal erreichen. Diesem folgen wir bis zum Stadtteil Lirich und in Höhe der Schleuse wird es dann Zeit für eine Stärkung.


Wir bauen unser Pilgerbuffet auf, welches aus Essensresten von der Halloween-Party, Obst, Gemüse, Stutenkerlen und Wasser besteht - welch edle Speisen.


Nach unserem Picknick sind wir doch ganz schön ausgekühlt und passieren flott das Schleusen-Gelände. Und weiter geht´s immer am Kanal entlang.


Zwei Schwäne erblicken uns und erhoffen sich ein "Leckerchen". Wir kämpfen weiterhin gegen den kühlen Wind an. Die Bewegung tut gut und wärmt.


Parallel zu "unserem" Jakobsweg verlaufen diverse andere Wander- und Fahrradwege. So können wir leicht die Richtung nach Duisburg anpeilen.


Nun führt der Weg ein wenig Abseits des Kanals an einem Industriegebiet entlang, aber schön geschützt von Bäumen.


Und dann passiert das unfassbare: ein Fahrradfahrer passiert uns und wir hören ein "Buen Camino". Wir sind so perplex, daß er unser "Muchas Gracias" bestimmt nicht mehr gehört hat.


Wir überqueren das Große Wehr an der Ruhr in Höhe von Duisburg-Meiderich und schon können wir die Salvatorkirche von weitem erkennen.


Eine weitere Bestätigung ist natürlich der gelbe Pfeil (wofür auch immer dieser hier gedacht ist ;-)), welcher sogar in die richtige Richtung weist.


Wir erreichen die Altstadt von Duisburg mit ihren Marktplatzruinen. Im Hintergrund befindet sich die Salvatorkirche.


Glücklicherweise ist die Kirche geöffnet und einen Pilgerstempel erhalten wir auch. Wir genießen die Ruhe der Kirche mitten in der Innenstadt. Da auch die Sonne sich zeigt, ergibt sich ein herrliches Lichterspiel im Inneren der Kirche. Die Kirchenfenster erzählen Geschichten.


Durch die Einkaufsstrasse geht es zum Hauptbahnhof und von dort aus nach Hause. Mit einer kleinen Unterbrechung in einem netten Cafe beenden wir unsere heutige Pilgerwanderung Richtung Santiago.

Dienstag, 2. Oktober 2012

4. Juni 2012 El Acebo – Ponferrada - Barcelona





Ein herrliches Bergdorf – ich erwache vom Vogelgezwitscher. Die Wanderschuhe stopfe ich in den Rucksack und auch der Rest ist schnell verstaut. Kaum ein Wölkchen am Himmel, aber noch ist es sehr kühl. Das Frühstück ist vorbereitet – ich habe den ganzen Raum für mich. Es ist ja auch schon 8 Uhr und die Pilger werden schon weg sein. Ich kann es gemütlich angehen lassen, da das Taxi erst gegen 9 Uhr kommen soll. Um 9:15 Uhr ist weit und breit kein Taxi zu sehen. Der Chef meiner Unterkunft fragt, wann ich denn in Ponferrada sein müsste, er hätte dort sowieso noch etwas zu erledigen. Ich zeige ihm die Abfahrtszeiten des Zuges und schon ist die Sache geritzt: da er davon ausgeht, dass das Taxi wohl nicht mehr kommen wird, organisiert er noch ein paar Dinge und um 9:30 Uhr sind wir auf dem Weg. Ich kann es nicht fassen – so hilfsbereite Menschen :-). Da ich nebenbei erwähnt habe, dass ich auch noch Geld bräuchte, hält er in Molinaseca kurz an und weist mich auf ein Gebäude hin und sagt: „Telebanco“ – jetzt komme ich sogar noch ganz bequem an mein Geld. Am Bahnhof setzt er mich dann ab und als ich ihm wenigstens etwas Spritgeld geben möchte, setzt er sich schnell in sein Auto, winkt nochmal und weg ist er – ich bin sprachlos. Was mich allein die Taxifahrt gekostet hätte?! Daaaanke :-). Das gesparte Geld bin ich dann ganz schnell wieder los. Am Renfe-Ticket-Schalter erfahre ich, dass für die Strecke nach Barcelona nur noch 1.Klasse-Tickets verfügbar sind. Ich beiße in den sauren Apfel, sonst hätte ich ja noch einen Tag in Barcelona verloren und das wäre einfach zu schade. Pünktlich trifft der Zug ein und so kann ich nur noch sagen: Adios Camino 2012!!!

Samstag, 15. September 2012

3. Juni 2012 Rabanal del Camino – El Acebo 16,7 km




Gestärkt mit einem Cafe con leche & Multi-Vitaminsaft starte ich in den regenfreien Morgen. Eine zweite Jacke, Stirnband und Halstuch braucht man schon, da es sich abgekühlt hat. Es geht immer bergauf, aber obwohl ich gesundheitlich angeschlagen bin, ist es viel einfacher als die Jahre zuvor. Was das ausmacht, wenn Beine und Füße in Ordnung sind. Foncebadon muß für ein Frühstück herhalten. Der Aufenthalt in der Alberge Monte Irago bei Kaffee & Cornflakes ist wieder sehr nett. Der Weg zum Cruz Ferro kommt mir so kurz vor, dass ich es gar nicht fassen kann. Heute ist viel los hier und so ist es richtig schwierig dazwischen zu kommen. Nachdem ich meine Steine abgelegt habe treffe ich genau hier zum letzten Mal (das weiß ich jetzt) Marlene & Wolfgang – da passt!!! Ich mache ein Foto von den Beiden am Kreuz und Marlene berichtet von der großen Buspilgerreisegruppe, welche vorhin vorgefahren ist. Bei diesen handelt es sich um eine Mitglieder  der bayrischen Jakobsgesell-schaft. Die Beiden ziehen weiter und ich verweile noch ein wenig und lausche den Gebeten und Gesängen jener Gruppe. Als das Lied: „Hilf, Herr meines Lebens…“ erklingt, stimme ich ergriffen mit ein. Beschwingt mache auch ich mich auf den Weg. Manjarin lasse ich dieses mal „rechts“ ;-) liegen, sehe aber im Vorbeigehen zum ersten Mal Tomas in seinem Kreuzrittergewand. Die Berglandschaft ist herrlich. Durch den Wechsel von Sonne und Wolken kann ich sogar ein Bergpanorama genießen – das ich das mal erlebe :-). Der Anstieg ist natürlich sehr anstrengend, da man unheimlich aufpassen muß, aber nach zwei weiteren Pausen erreiche ich schließlich El Acebo. Schnurstracks steuere ich die „La Posada de Peregrinos“ an, da ich hier beim letzten Mal sehr zufrieden war. Für 35,- Euro incl. Frühstück erhalte ich eines dieser wunderbaren Zimmer. Zuerst liegen ein paar Besorgungen in der Tienda an. Anschließend schaue ich in der Herberge vorbei, aber bis auf eine Kanadierin und ein deutsches Ehepaar kommt mir niemand bekannt vor. Jetzt einfach nur duschen, schlafen, relaxen, telefonieren usw.. Nach einem Telefonat mit meiner Tante aus Spanien ist es dann entschieden: das ist also das offizielle Ende meines diesjährigen Camino´s. Ich werde morgen ein Taxi nach Ponferrada nehmen, und anschließend mit dem Zug um 11:37 Uhr nach Barcelona. Dort werde ich dann ein Zimmer für zwei Nächte nehmen. Am Mittwoch geht dann der Flug zurück in die Heimat zu Familie und Freunden. Beim Abendessen erlebe ich noch einen dieser Camino-Zufälle: der einzige Gast dort ist ein Englisch sprechender Spanier aus Barcelona, der mir den einen oder anderen Tipp für meinen Aufenthalt in dieser Stadt gibt – wirklich unglaublich. Das Essen war sehr gut und als Nachtisch gibt es sogar frische Erdbeeren mit Sahne. Anschließend organisiert der nette junge Mann aus dem Servicebereich meine morgige Taxifahrt nach Ponferrada. So ist also alles geregelt und ich kann beruhigt zu Bett gehen.