Mittwoch, 9. Juni 2010

7. Mai 2010 Astorga - Rabanal del Camino 21,2 km

 

Trotz des relativ großen Schlafsaal habe ich gut geschlafen. Nachdem die meisten Pilger weg sind mache ich mich auf den Weg. Meine Füße schmerzen ganz schön, aber mit den Blasen geht es besser als ich dachte, außer die hintere Fersenblase. In Murias de de Rechivaldo erspähe ich eine Bar mit freien Außensitzplätzen. Dort sitzt nur eine Holländerin auf der Suche nach Ruhe und Frieden. Nachdem ich mein Frühstück geordert habe trifft zu unserem Leidwesen eine größere Gruppe ein. Die holländische Pilgerin erzählt mir, daß es sich um eine deutsche Gruppe von Sozialarbeitern mit Jugendlichen mit Mirgrationshintergrund handelt. Der Weg soll ihnen als Chance dienen, ihre Probleme im Alltagsleben besser bewältigen zu können. Es wird immer düsterer und schon fallen die ersten Tropfen. Der Poncho und die Regengamaschen werden ausgepackt und schon kann nichts mehr passieren. Auch in Santa Catalina de Somoza lockt eine sehr schöne Bar zu einer Pause im Trockenen. Es gibt sogar einen frisch gepressten Orangensaft und so bin ich bestens gerüstet für den regnerischen Tag. Durch die schmerzenden Füße kommen mir die heutigen 21 km wie die gestrigen 33 km vor. Endlich ist Rabanal del Camino in Sicht und ich laufe schnurstracks zur Herberge "Refugio Pilar". Ich bin früher da, als ich eigentlich wollte, aber ich habe mich doch wieder verrückt machen lassen, daß es in Rabanal heute sehr voll sein soll. Ich belege dann ein Bett in der um ca. 14 Uhr nur halb gefüllten Herberge. Die Französin (Claudine) von gestern ist auch hier untergekommen und den Kanadier (Jacques) treffe ich nach dem Tienda-Besuch. Auch er hat die Posada mit der tollen Gazpacho für sein Abendessen auserkoren und so werden wir bestimmt noch einige andere Pilger dort treffen. Da es immer wieder anfängt zu regnen mache ich mich schon um viertel nach sechs auf den Weg. Jacques ist auch schon da und kurze Zeit später trifft auch Claudine dort ein. Ich entscheide mich tatsächlich wieder für die fantastische Gazpacho und nehme zusätzlich noch eine Forelle mit Schinken und einen Milchreis. Nach wunderbaren Gesprächen laufe ich mit Claudine zu unserer Herberge zurück und Jacques zu seiner, in der Hoffnung auf eine ruhige Nacht zusammen mit der Gruppe Jugendliche & Sozialarbeiter auf seinem Zimmer.

 

 

4 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hallo Susanne,
irgendwie wächst der Eindruck,
-z.B. durch eine Camino-"Doku" auf Vox & Berichte wie Sozialarbeiter mit Migrationsjugendlichen- das Pilgern mehr und mehr "Mainstream" wird. Es ist "modern" geworden den Camino zu laufen,oder?
Wie war Dein Eindruck?

Anonym hat gesagt…

Liebe Susanne,

ich liebe Rabanal und die darauffolgenden Etappen...Ich wünsche dir weiterhin eine gute Zeit und schmerzfreie Füße...

Lg und Buen Camino
Hannah( Pilgerforum)

Unknown hat gesagt…

Hallo Susanne,

wunderbare Fotos. Die Eidechse und die Tür z.B. sind echte Kleinode.
Ich hab das ganz Album durchgeblättert.
Da wächst die Sehnsucht...
Gruss
Heiko

Unknown hat gesagt…

Hallo Susanne,
ich habe deine Bilder auf Picasa gesehen. Sind sind toll geworden.
Ein grosses Lob dafuer
Ich freu mich schon auf Oktober, da werde ich von Astorga aus meine Pilgerwanderung aus dem letzten Jahr fortsetzen.